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 Das Alpirsbächle
 Quellflur mit Sumpfdotterblume
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Naturraum und Geologie Das Naturschutzgebiet "Glaswiesen und Glaswald" befindet sich im Übergangsbereich der Naturräume "Nördlicher Schwarzwald" und "Mittlerer Schwarzwald". Die geologischen Verhältnisse des Schutzgebietes sind bereits dem "Mittleren Schwarzwald" zuzuordnen.
Das Grundgebirge des Schwarzwalds besteht aus Gneis und Granit. Es ist geologisch älter als das darüber liegende Deckgebirge, welches aus den Gesteinsschichten Oberrotliegendes, Unterer, Mittlerer und Oberer Buntsandstein aufgebaut ist.
Das Alpirsbächle im Talgrund des Naturschutzgebietes hat sich im Laufe der Jahrtausende tief in das Grundgebirge eingefressen. Die Schichten des Oberrotliegenden an der Nordflanke und den Talhängen des Naturschutzgebietes bilden den Übergang von Granit zu den darüber liegenden Schichten des Buntsandsteins. Granit, Oberrotliegendes und Unterer Buntsandstein bilden kalkarme, aber vergleichsweise mineralkräftige Böden, die im oberen Teil des Tales anstehen und landwirtschaftlich genutzt wurden.
Die Quarzsandböden auf Mittlerem Buntsandstein sind extrem nährstoffarm. Sie bedecken die Hänge des Naturschutzgebietes und sind bewaldet. Durch Witterungseinflüsse herabgestürzte Gesteinsmassen formen die Randbereiche des Talgrundes. Auf diesen kleinflächigen Standorten bilden sich magere Pflanzengesellschaften aus.
Zwischen Grundgebirge und dem darüber liegenden Buntsandstein treten zahlreiche Quellen aus. Sie speisen das vor allem bei Biertrinkern bekannte Alpirsbächle und bestimmen den Wasserhaushalt des Gebietes. Die Schichtquellen liegen in Höhenlagen von 560 - 590 m überwiegend in nordöstlichem Hangbereich zwischen dem Unteren und Oberen Moosweg. Einige der stärker schüttenden Quellen sind gefasst (z. B. die Karlsquelle) und stellen wertvolle Wasserressourcen dar. Der Wasserreichtum ist maßgeblich für die ökologische Vielfalt des Gebietes.
Siedlungs- und Landschaftsgeschichte Die Geschichte der Stadt Alpirsbach begann mit der Klostergründung im Jahre 1095. Der Name Alpirsbach dürfte auf einen der Stifter des damaligen Benediktinerklosters namens Adalbert zurückzuführen sein. Im Schutze des Klosters entwickelte sich im Laufe der Jahre ein kleines Dorf mit vorwiegend handwerklichem Gewerbe.
Das Naturschutzgebiet "Glaswiesen und Glaswald" leitet seinen Namen wahrscheinlich von einer Glashütte ab, die vermutlich im Talschluss bei der Karlsquelle stand. Es gibt zwar keine schriftlichen Zeugnisse, doch weisen Rohglasfunde in dem Gebiet auf ihre Existenz hin. Um den Schmelzpunkt zur Herstellung von Glas zu erreichen, stand als Energiequelle nur Holzkohle zur Verfügung. Große Bereiche der umliegenden Wälder wurden für die Glashütte genutzt. Der Name "Kohlwald" weist auf die historische Nutzung hin. Der große Anteil karger, wenig fruchtbarer Böden zwang die Menschen dazu, auch kleine Flächen, wenn irgendwie möglich, landwirtschaftlich zu nutzen. Die Talaue am oberen Alpirsbächle wurde nach den Kahlschlägen nicht wieder aufgeforstet, sondern als Mäh- und Wässerwiese bewirtschaftet. Diese Art der Nutzung von Grünland war im Nordschwarzwald weit verbreitet.
Die kleinflächigen, meist sehr schmalen Grundstücke wurden von Hang abwärts führenden Quellrinnen begrenzt und bis Ende der 50er Jahre zur Gewinnung von Viehfutter und Stalleinstreu benutzt. Es fanden sich aber auch Hinweise auf Ackerbewirtschaftung in der Talaue.
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Alpendost
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Die Glaswiesen Nach Aufgabe der Landwirtschaft wurde das Gebiet im Jahr 1958 unter Landschaftsschutz gestellt. So konnte der zunehmende Tourismus in naturverträgliche Bahnen gelenkt werden. Die Schutzmaßnahmen trugen außerdem dazu bei, dass sich die ehemaligen Feucht- und Magerwiesen zu ungestörten Grünlandbiotopen entwickeln konnten.
Floristische und faunistische Untersuchungen von 1985 durch die Alpirsbacher Klosterbräu beauftragt, belegten die Hochwertigkeit des Gebietes.
Diese führten zur Verordnung des Naturschutzgebietes "Glaswiesen und Glaswald" durch das Regierungspräsidium Karlsruhe im Jahre 1989.
Die Alpirsbacher Klosterbräu als Eigentümer der Flächen war von der Notwendigkeit eines dauerhaften Schutzes ihres ökologisch so bedeutsamen Areals überzeugt. Sie unterstützt daher die Schutzgebietsausweisung maßgeblich.
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Kleines Nachtpfauenauge
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Pflanzen und Tiere Im Naturschutzgebiet sind drei wesentliche Vegetationsformen zu unterscheiden:
trockene bis nasse Wiesen unterschiedlich zusammengesetzte Saumbereiche verschieden bewirtschaftete Wälder.
Diese Lebensräume sind von vielen, zum Teil gefährdeten Tier- und Pflanzenarten besiedelt. Die Talaue und die Biotope im Umfeld von Quellaustritten werden durch Wasser geprägt. Feuchtigkeitsliebende Pflanzen und Tiere in den Talwiesen profitieren von den durch Schadstoffe unbelasteten Quellrinnen und Sickerwässern.
Magere (nährstoffarme) Heidewiesen sind im Bereich des Grillplatzes und entlang des "Unteren Moosweges" vorhanden. Verschiedene Pflanzen wie der Hain-Augentrost, das Quendel- Kreuzblümchen und der Dreizalin kommen dort vor. Am Sauerampfer fressen Raupen von Feuerfalterarten.
Schon durch geringste Störungen sind diese Lebensgemeinschaften stark gefährdet!
Feucht- und Nasswiesen, Bachstaudenfluren, Moorwiesen und Großseggenriede bilden das ökologische Rückgrat des Naturschutzgebietes. In diesen Feuchtbiotopen wachsen die meisten seltenen oder gefährdeten Pflanzen: die Trollblume, das Schmalblättrige Wollgras, das Breitblättrige Knabenkraut, das Gefleckte Knabenkraut und das Gefleckte Knabenkraut Sumpfveilchen sowie weitere Arten, die auf diese Standorte spezialisiert sind. Auch viele Tiere wie Heuschrecken-, verschiedene Tagfalter- und Libellenarten sind hier beheimatet. Amphibien und Reptilien besiedeln die Feuchtwiesen.
Quellfluren beschränken sich auf das Umfeld von Quellaustritten sowie flächig durchsickerte Hangbereiche. An Gräben im offenen Wiesengelände wächst Bitteres Schaumkraut, Quell-Sternmiere und Sumpf-Labkraut. In den feuchten Waldbereichen ist das Gegenblättrige Milzkraut aspektbildend. Die beschatteten Quellfluren sind Lebensräume zahlreicher Tierarten, die kühles, sauberes Quellwasser zum Überleben benötigen, z.B. Bachstrudelwürmer, Köcherfliegenarten, sowie Larven der Gestreiften Quelljungfer und des Feuersalamanders.
Säume wachsen in den Übergangsbereichen zwischen Wiese und Wald. Sie bestehen aus Hochstauden- und Strauchgesellschaften.
Während die Ohrweidengebüsche an der nordöstlichen Talflanke einen relativ stabilen Biotoptyp darstellen, wachsen in anderen Teilen beispielsweise Stechpalme und Breitblättrige Stendelwurz.
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Saum
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Außerdem werden Fichten- und Tannensamen in die Randzonen geweht und finden dort gute Wachstumsbedingungen. Der Lichtreichtum, ein ausgeglichenes Kleinklima sowie viele Hochstauden und Weichholzarten wie Birke, Weide, Zitterpappel und Erle bieten Insekten ideale Lebensbedingungen. Insektenfressende Vögel werden angelockt. Im Sommer und Herbst, wenn viele Pflanzen Früchte bilden und Samen tragen, finden auch andere Vogelarten einen reich gedeckten Tisch vor. Viele Falterarten und Kleinsäuger sind auf die Säume als Lebensraum angewiesen.
Wälder sind im Naturschutzgebiet einerseits Lebensräume für eine große Anzahl von Tieren, wobei die Vogelwelt den Hauptanteil bildet. Andererseits ist der Wald, der die Wiesen umgibt, Teillebensraum für Tiere, die in den Feuchtwiesen leben. Die Waldformen reichen vom Altersklassenwald über Plenterwald-Restbestände bis zur Waldbachaue. Speziell im Bereich der Quellaustritte und Rinnsale hat sich ein Mosaik von Kleinbiotopen auf engem Raum ausgebildet.
Es kommen spezialisierte Insekten vor wie z. B. die Blauflügel-Prachtlibellen, Quelljungfern, Laufkäfer sowie Schmetterlingsarten, von denen einige stark gefährdet sind. Auch Lurche nutzen die Waldbachaue zeitweise als Lebensraum.
Vegetationsfreie und vegetationsarme Böden spielen für die Entwicklung verschiedener Insekten eine entscheidende Rolle: der Ameisenlöwe beispielsweise wartet in seinem gegrabenen Trichter auf Ameisen, die in sein Versteck fallen; der Sandlaufkäfer braucht freie Bereiche, um zu jagen; Wildbienenarten graben Bruthöhlen, um das Überleben weiterer Generationen zu gewährleisten.
Durch klimatische Einflüsse entstandene Bodenrutschungen und Wurzelteller umgestürzter Bäume sind daher wichtige Bestandteile des Naturschutzgebietes.
Stollen und Gruben im Randbereich des Naturschutzgebietes werden von Fledermäusen als Quartier genutzt. Alle Fledermausarten benötigen insektenreiche Biotope zum Überleben. Sie sind daher auf die intakten Lebensräume der Talaue und der Säume angewiesen.
Die Landschaftspflege Die enge Verzahnung der vielfältigen Biotope und ihr außergewöhnlicher Reichtum an gefährdeten Pflanzen- und Tierarten begründen den Wert des Naturschutzgebietes.
Diese Lebenseigenschaften können folgendermaßen erhalten, gefördert und verbessert werden:
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einen konstanten Wasserhaushalt bei gleich bleibender Wasserqualität sichern
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Freiflächen in der Talaue erhalten
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Biotope im Wald und in Waldrandbereichen fördern
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Saumbiotope erhalten und entwickeln
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Zunahme von Freizeitaktivitäten verhindern
Um diese Ziele umzusetzen, sind notwendig: Konkrete Pflegearbeiten sowie Kontrollen und Beobachtungen, um bei Beeinträchtigungen sofort handeln zu können.
Das Alpirsbächle und seine Zuläufe haben ein natürliches Wasserregime. Dieses darf nicht verändert werden, da Störungen des Wasserhaushaltes die Lebensgemeinschaften im Naturschutzgebiet schädigen.
Das ästhetisch so ansprechende Landschaftsbild der Talwiesen und ihrer Randbereiche ist zu erhalten.
Die vorhandenen Standorte gefährdeter Pflanzenarten wie Trollblume, Breitblättriges Knabenkraut und Schmalblättriges Wollgras sind durch Überwachsen von Adlerfarn bedroht. Daher ist eine regelmäßige Mahd erforderlich, um ein Überleben dieser Blütenpflanzen zu gewährleisten.
Eine regelmäßige Mahd erhält und fördert die mageren Wiesenstandorte beim Grillplatz und an der Nordostflanke des Tals. Die Wirtschaftswaldflächen des Naturschutzgebietes sollen langfristig zu naturnahen Beständen mit hohen Altholzanteilen entwickelt werden.
Die Biotope im Bereich der Quellfluren und Waldbachauen sind so zu pflegen, dass für die hier vorkommenden Pflanzen, Insekten und Amphibien ein Überleben gewährleistet ist. Ein Überwachsen durch Gehölze muss verhindert werden. Die Waldsäume mit ihren Hochstauden, Sträuchern und Weichholzbaumarten sind durch Mahd und Auslichtung zu erhalten.
Die bachbegleitenden Nasswiesen haben in ihrer Artenzusammensetzung einen Zustand erreicht, der zurzeit keine Pflegeeingriffe erforderlich macht.
Vegetationsfreie und -arme Böden sowie durch Stürme geschaffene Freiflächen sollen nicht aufgeforstet werden. Viele Insekten und Vögel sind auf diese Lebensräume angewiesen. Totholz kann als Keimzelle neuen Lebens im Wald bleiben.
Eine Verstärkung der Freizeitaktivitäten im Bereich der Grillplatzanlage muss unterbleiben, um Beeinträchtigungen umliegender Wiesen- und Waldflächen und damit auch die Gefährdung des Wasserhaushaltes auszuschließen.
Schmetterlinge, vom Weg aus entdeckt: Ein besonderes Schauspiel sind unzählige Schmetterlinge, die bequem vom Weg aus, entlang der Säume und Wiesen beobachtet werden können: Alle Besucher des Naturschutzgebietes sollen durch ihr umsichtiges Verhalten dazu beitragen, dass das geschützte Gebiet in gutem Zustand auch der Nachwelt erhalten bleibt. Dieses Kleinod ist für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren ein äußerst wichtiger Lebensraum, der nicht geschädigt werden darf.
Wir bitten Sie daher, folgende Hinweise zu beachten:
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keine Veränderung des Wasserhaushaltes verursachen
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keine Pflanzen pflücken oder beschädigen
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keine Tiere beunruhigen oder fangen
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keine Abfälle oder sonstige Gegenstände wegwerfen
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nicht zelten oder lagern
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keinen Lärm verursachen
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keine Hunde frei laufen lassen
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die Wege nicht verlassen.
 Das Naturschutzgebiet liegt 2 km nordwestlich von Alpirsbach (Landkreis Freudenstadt) in einem kleinen Seitental der Kinzig, mit den Quellen des Alpirsbächle.
Auf Initiative der Alpirsbacher Klosterbräu wurde im Jahr 1989 das Gebiet "Glaswiesen und Glaswald" vom Regierungspräsidium Karlsruhe als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Bereits 1958 hatte es den Status eines Landschaftsschutzgebietes erhalten.
Das Naturschutzgebiet erstreckt sich über eine Fläche von 57 ha und liegt in einem Höhenbereich zwischen 480 und 590 m. Die 7 ha großen Talwiesen werden von 50 ha Wald umsäumt.
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